Online Karmeditation

10.03.2021 | Die sieben Worte Jesu und das Hungertuch

Schon im Mittelalter hingen Hunger- oder Fastentücher während der Fastenzeit in den Kirchen. Die Tücher bildeten Geschichten aus der Bibel ab. Die meisten Menschen damals konnten nicht lesen, hatten so aber die biblischen Erzählungen vor Augen. Die Hungertücher waren sehr groß und verdeckten normalerweise auch den Altar und die Feier der Messe.

Die Menschen wollten so auch mit den Augen „fasten“ und den Altar erst wieder an Ostern anschauen.
MISEREOR hat 1976 die Tradition der Hungertücher wieder aufgegriffen Alle zwei Jahre wird ein neues Bild von Künstlerinnen und Künstlern aus Afrika, Lateinamerika, Asien oder Europa gestaltet.
Das aktuell Hungertuch von Lilian Moreno Sánchez aus Chile ist aus verschiedenen Stoffen gestaltet worden. Das Bild stellt einen gebrochenen Fuß dar. Wir alle verletzen uns im Laufe des Lebens oder werden verletzt, am Körper und auch an der Seele. Häufig bleiben Narben oder Erinnerungen zurück, die uns immer wieder an das Geschehene erinnern. Jede/r geht damit anders um, jede/r erholt sich anders davon. Wir denken jetzt in dieser Zeit vor allem an Menschen, die schwer verletzt wurden und nicht aus eigener Kraft wieder gesund werden.
Der Titel lautet: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Die Kraft des Wandels“. Dieser Titel greift einen Vers aus Psalm 31,9 auf: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“2. Auf dieses Psalmgebet (Vers 6) bezieht Jesus sich, als er kurz vor seinem Tod am Kreuz ruft: „In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist“.
  
Neben dem Bild lassen wir bei unseren Treffen die „sieben letzten Worte Jesu“, die er unmittelbar vor seinem Tod gesprochen hat, auf uns wirken. Wir kennen sie aus der Bibel. Sie sind eine Botschaft an uns. Obwohl er am Sterben war, wollte Jesus Christus uns Menschen auf unserem Weg aus dem Leid begleiten. Ein gutes Bild dafür zeigt uns Psalm 31, der davon spricht, dass Gott unsere Welt, die durch Sorgen, Angst und Krankheit ganz eng geworden ist, wieder weit macht und „unsere Füße auf weiten Raum” stellt.
An manchen Stellen begegnen wir weiteren Menschen aus der Bibel, die auch Leid erfahren haben.
Jetzt hoffen wir, dass wir sie/euch alle neugierig gemacht haben. Wir wollen an zwei Abenden die Möglichkeiten nutzen, die uns die digitalen Techniken bieten und in einer multimedialen Webkonferenz interaktiv gemeinsam das Hungertuch betrachten. Erzählen und einander Zuhören tut gut. Darin liegt eine große Kraft, die uns verändert.
Herzliche Einladung zu der Online Karmeditation am 30.03.2021 um 19:00 Uhr. Am Palmsonntag wird der Zugang zu der Online Karmeditation hier veröffentlicht.