Pfarrbrief 11/2022 "Die dritte Seite"
09.12.2022 |
Liebe Leserin, lieber Leser,
in diesem Jahr ist es wohl überall von der Innenraumtemperatur kälter und von der elektrischen Beleuchtung, erst recht von der elektrischen Leuchtdekoration, dunkler. Das fällt schon auf – und zugleich macht es uns aufmerksam, wie wertvoll, wie kostbar diese für viele von uns gefühlten Selbstverständlichkeiten sind.
Licht in der Dunkelheit ist ein wichtiges Motiv schon den ganzen Advent hindurch und es prägt auch Weihnachten, glauben wir doch an Christus als das wahre Licht, das unser Leben hell macht (unabhängig übrigens von elektrischer Dekorationsbeleuchtung oder von Kerzenlicht, die ihrerseits uns ja im Kontext von Weihnachten an Christus erinnern sollen). Christus als wehrloses Kind leuchtet hinein in die Nacht von Krieg, Terror, Gewalt, in die Nacht des Missbrauchs von Menschen durch Macht und sog. asymmetrische Beziehungen, in die Nacht stark gestiegener und weiter steigenden Kosten für Nahrungsmittel, Energie und Alltagsbedarf; in die Nacht von durch Menschen verursachte Faktoren am Klimawandel und in die Nacht der Ausbeutung und Zerstörung der Schöpfung.
Aus der Krippe heraus dürfen wir uns vom Mensch gewordenen „Ja“ Gottes zum Menschen, zur Schöpfung, zum Leben – also auch zu uns – ansprechen lassen. Vielleicht lassen wir uns so einladen zu einem zunächst dankbaren Staunen, das schließlich - wenn auch leise - einstimmen möchte in den Lobpreis der Engel über den Hirtenfeldern „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
Wir wünschen Ihnen und all Ihren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest, Stärkung und Zuversicht durch die Menschwerdung Gottes und Seinen reichen Segen für das bald kommende Jahr 2023!
Matthias Weil, Bernhard Renz, Günter Egger und Fabian Groß



