Neu, wieder, weiter beten oder auch einfach mal ausprobieren…
Das „Stundengebet“ bezeichnet mehrere, unterschiedlich lange Gebetszeiten, die über den Tag verteilt gebetet werden sollen und zugleich den Tag gliedern und helfen, den Tag bewusst vor und mit Gott zu verbringen. Man kann die einzelnen Gebetszeiten, die „Horen“ (lateinisch hora = Stunde; daher auch der Begriff „Stundengebet“) allein wie auch in Gemeinschaft beten.
Das Stundengebet gehört zum verpflichtenden gebet für Bischöfe, Priester, Diakone und Ordensleute. Für das Gemeindeleben gibt es – passend für entsprechende Feste und geprägte Zeiten – auch eine Auswahl im Gotteslob ab der Nummer 613 für die drei Hauptgebetszeiten „Laudes“ am Morgen, „Vesper“ am Abend, „Komplet“ vor der Nachtruhe.
Die Horen haben denselben Grundaufbau: Eröffnung, Hymnus, Psalmgebet, Lesung, Schlussgebet. Je nach Hore ist – wie bei den drei Haupthoren – noch ein Lobgesang aus dem Lukasevangelium enthalten (in den Laudes das „Benedictus“, das ist der Lobgesang des Zacharias anlässlich der Geburt seines Sohnes, also Johannes des Täufers; in der Vesper ist es das „Magnificat“, der große Lobgesang Marias im Zusammenhang ihrer Begegnung mit der ebenfalls schwangeren Elisabeth, der Mutter des Täufers Johannes; in der Komplet der Lobgesang des greisen Simeons anlässlich der Darstellung des Herrn im Tempel); am Morgen gehören Bitten (für sich selbst) und am Abend Fürbitten (für andere) samt Vaterunser dazu.
Wenn man das Stundengebet einmal praktizieren möchte, bietet es sich für darin ungeübte Beterinnen und Beter an, sich zunächst auf vielleicht ein oder zwei Horen zu beschränken, diese aber über einen geplanten Zeitraum wie eine Woche oder einen Monat konsequent durchzuhalten.
Man kann natürlich die Horen aus dem Gotteslob praktisch jeden Tag beten. Es gibt das Stundenbuch auch als gebundene Version in einer Kleinausgabe und Großausgabe, jeweils in drei Bänden über das Kirchenjahr verteilt.
Schneller, einfacher und kostenlos geht es zwischenzeitlich auch per App (https://www.stundengebet.de/); Suchname „Das digitale Stundenbuch“. Wenn man es gemeinsam mit anderen betet, sollte man sich auf dieselbe Quelle einigen; denn die Hymnen zu Beginn der Horen in der App weichen von den Hymnen im gedruckten Stundenbuch öfter ab.
Wenn man ein Stück weit das für das Stundengebet durchaus typische gemeinsame Gebet miterleben und daran – wenn auch virtuell – teilhaben möchte, so kann man regelmäßig sonntagsabends im Fernsehen auf k-tv um 18:00 Uhr mit den Auerbacher Schulschwestern mitbeten.



